Hashimoto Ernährung: Bild mit Obst, Gemüse und Fisch. Was ist in der Ernährung zu beachten, wenn ich Hashimoto habe? Was darf man bei Hashimoto nicht essen? Welche Nährstoffe sind wichtig

Hashimoto Ernährung

Was ist in der Ernährung zu beachten, wenn ich Hashimoto habe? Was darf man bei Hashimoto nicht essen? Welche Nährstoffe sind wichtig?

Antwort auf all diese Fragen und viele weitere Infos findest Du in diesem Artikel. Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen.

Katharina Sobotke

Heilpraktikerin

Warum eine gezielte Ernährung bei Hashimoto sinnvoll ist

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung einer Hashimoto Thyreoiditis. Doch es gibt keine universelle Ernährung, die für alle Patienten gleichermaßen geeignet ist. Eine individuelle Ernährungsberatung, die auf den Patienten und seine Bedürfnisse zugeschnitten ist, ist daher der beste Weg.

Selbstverständlich gibt es jedoch auch einige allgemeine Empfehlungen, die ich gerne mit dir teilen möchte. Dabei geht es in erster Linie um eine entzündungshemmende Ernährung sowie um die Nährstoffe, die für die Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt werden.

Bitte beachte jedoch, dass dieser Artikel keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker ersetzt. Weitere Informationen zur Hashimoto Thyreoiditis und zu ganzheitlichen Behandlungsansätzen findest du hier:

Hashimoto Hamburg

Gluten und Weizen einschränken

In meiner Praxis diagnostiziere ich bei Hashimoto-Patienten oft das sogenannte Leaky Gut Syndrom. Dabei handelt es sich um eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, die zu verschiedensten Symptomen wie Entzündungen, Allergien und einer übermäßigen Ausschüttung von Cortisol führen kann. Eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten kann das Syndrom weiter verstärken und die Heilung erschweren.

In vielen Fällen wird eine Sensitivität gegenüber Gluten und Weizen als Auslöser diskutiert. Deshalb empfehle ich nicht nur Patienten mit Leaky Gut Syndrom, auf Gluten und Weizen zu verzichten, sondern auch Hashimoto-Patienten, die nicht mit dieser Diagnose konfrontiert sind, profitieren oft von einer glutenarmen und weizenfreien Ernährung.

Weitere Informationen zu dem Leaky Gut Syndrom findest Du hier:

Leaky Gut Syndrom Hamburg

Weizen und Gluten bei Hashimoto reduzieren: Grafik mit Getreide

Dont´s: Weizen und anderes glutenhaltiges Getreide wie Gerste, Roggen, Dinkel, Einkorn, Emmer oder Grünkern

Do´s: Glutenfreie Getreidesorte und Pseudogetreide wie: Reis, Mais, Hirse, Hafer, Quinoa, Buchweizen, Amaranth

Viel Obst und Gemüse in der Hashimoto Ernährung

Es ist kein Geheimnis, dass Obst und Gemüse eine wichtige Rolle in unserer Ernährung spielen sollten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt uns täglich 5 Portionen, wobei eine Portion etwa das Volumen umfasst, das in unsere Handfläche passt.

Aber seien wir ehrlich: viele von uns erreichen diese Empfehlungen nicht. Laut einer Befragung der DGE haben 59 % der Teilnehmer die empfohlene Menge an Obst und ganze 87 % die empfohlene Menge an Gemüse nicht gegessen (1).

Dabei sind Obst und Gemüse wahre Powerlieferanten, vollgepackt mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Einige dieser Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Carotinoide, können Entzündungen im Körper reduzieren und wirken antioxidativ. Tomaten, Karotten und grünes Blattgemüse wie Grünkohl sind reich an Carotinoiden. Da diese und andere Pflanzenstoffe fettlöslich sind, sollten Gemüse und Öl immer kombiniert werden, um die Aufnahme dieser wichtigen Nährstoffe zu optimieren.

Viel Obst und Gemüse in der Hashimoto Ernährung: Grafik einer Tomate

Dont´s: Fertigprodukte, Geschmacksverstärker.

Do´s: So viel Gemüse essen wie das Herz begehrt und zurckerarmes Obst. Gemüse mit gesunden Ölen kombinieren.

Gelegentlich: Sehr süßes Obst wie Mango, Ananas oder Bananen.

Zuckerreduktion als Gamechanger

Eine ausgewogene Ernährung kann bei Hashimoto Thyreoiditis Patienten dazu beitragen, den Körper zu entlasten und Entzündungen zu reduzieren. In diesem Zusammenhang spielt der Zuckerkonsum eine wichtige Rolle. Viele Menschen unterschätzen die Wirkung von Zucker auf den Körper und sein Potential, Entzündungen zu fördern. Ein erhöhter Cortisolspiegel, der durch den Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln ausgelöst werden kann, trägt zusätzlich zur Entzündungsreaktion bei und verschlimmert die Hashimoto-Symptome.

Eine ballaststoffreiche Ernährung mit unverarbeiteten Kohlenhydraten, wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, kann hingegen den Blutzuckerspiegel stabil halten und den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Deshalb empfehle ich meinen Patienten, Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel wie Süßigkeiten, Limonaden und zuckerhaltige Fruchtsäfte möglichst zu meiden oder nur in geringen Mengen zu konsumieren, um eine bestmögliche Unterstützung durch die Ernährung bei deiner Hashimoto Thyreoiditis zu erreichen.

Zucker bei der Hashimoto Ernährung reduzieren: Grafk mit einem Muffin

Dont´s: Übermäßiger Verzehr von Zucker in Form von Süßigkeiten, Limonade, Fruchtsäfte etc.

Omega 3: Essenziell und fast immer im Mangel

Omega-3-Fettsäuren sind essentielle Fettsäuren, die für den Körper unverzichtbar sind, da er sie nicht selbst herstellen kann. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Omega-3-Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung haben, was besonders für Hashimoto-Patienten von Vorteil ist. Im Gegensatz dazu haben Omega-6-Fettsäuren eine entzündungsfördernde Wirkung und werden heute in unserer Nahrung häufig überdosiert.

Das ideale Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren sollte zwischen 1:1 und 5:1 liegen. Da unsere heutige Ernährung jedoch im Durchschnitt 10- bis 20-mal mehr Omega-6- als Omega-3-Fettsäuren enthält, ist es schwierig, ausreichend Omega-3-Fettsäuren über die Nahrung aufzunehmen. Eine gute Möglichkeit, den Bedarf zu decken, sind hochwertige Omega-3-Öle auf Fisch- oder Algenbasis, die frei von Schwermetallen und Verunreinigungen sein sollten.

In meiner Praxis empfehle ich vor allem flüssige Omega-3-Öle, die im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn du ein solches Öl kaufst, solltest du darauf achten, dass es trotz des Fischgeschmacks angenehm zu genießen ist und keinen unangenehmen Geruch oder Geschmack aufweist. Pflanzliche Omega-3-Quellen wie Leinöl, Walnüsse oder Chiasamen enthalten hauptsächlich Alpha-Linolensäure (ALA), die vom Körper nur begrenzt in EPA und DHA umgewandelt werden kann. Daher ist es sinnvoll, eine Ergänzung mit Fisch- oder Algenöl in Erwägung zu ziehen.

Omega 3 in der Hashimoto Ernährung: Grafik mit einem Fisch

Dont´s: Viel Omega-6 reiche Lebensmittel.

Do´s: Omega-3 reiche Lebensmittel wie Walnüsse, Leinöl oder Chiasamen.

Gelegentlich: Fetter Seefisch.

Nahrungsergänzung: Ein qualitativ hochwertiges Omega-3 Öl auf basis von Fisch oder Algen.

Selen aus Paranüssen – wirklich empfehlenswert?

Selen unterstützt die Umwandlung von T4 in das aktive T3 und wirkt zudem antioxidativ, indem es freie Radikale abfängt. Doch leider weisen viele Hashimoto-Patienten einen Selen-Mangel auf, weshalb eine Substitution in diesen Fällen empfehlenswert ist.

Es gibt sogar Studien, die zeigen konnten, dass ein ausreichender Selenspiegel Hashimoto-Schüben entgegenwirken kann. Doch Vorsicht ist geboten: Eine Überdosierung kann sich negativ auf andere Mineralstoffe auswirken, weshalb regelmäßige Kontrollen des Selenspiegels ratsam sind.

Nun zum Thema Paranüsse: Oft hört man, dass man Selen über den Verzehr von Paranüssen substituieren kann. Doch hier bin ich eher skeptisch. Zum einen kann es zu enormen Schwankungen des Selengehalts kommen, da die Nüsse natürlichen Ursprungs sind und somit von vielen Faktoren abhängen. Zum anderen weisen Paranüsse oft eine hohe Schimmel-Belastung auf, die der Gesundheit eher schaden als nützen kann.

Natürlich spricht nichts gegen einen gelegentlichen Verzehr im normalen Rahmen, doch ich rate davon ab, auf Paranüsse als alleinige Selen-Quelle zu setzen und bei einem Mangel eher zu hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen.

Selen in der Hashimoto Ernährung: Grafik mit einer Paranuss

Dont´s: Pranüsse täglich essen aufgrund des Selen-Gehalts.

Do´s: Lebenmittel mit hohem Selen-Gehalt integrieren wie Leinsamen, Cashewkerne, Steinpilze oder Hülsenfüchte.

Empfehlung: Selen-Spielel regelmäßig checken lassen und bei Mangel substituieren. 

Jod braucht jede Schilddrüse

Jod ist ein elementarer Baustein für die Schilddrüsenfunktion. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen. Bei Patienten mit Hashimoto Thyreoiditis wird Jod jedoch verdächtigt, Schübe auszulösen und zu verstärken. Daher sollten Lebensmittel mit einem sehr hohen Jodgehalt, wie Algen, unbedingt vermieden werden. Trotzdem benötigt auch die Schilddrüse eines Hashimoto-Patienten Jod, genauso wie jede andere Schilddrüse auch. Ohne Jod können keine Schilddrüsenhormone produziert werden. Hier gilt also dasselbe wie bei Selen: Die Dosis macht das Gift.

Wenn du dir unsicher bist, ob du ausreichend mit Jod versorgt bist, solltest du deine Ernährungsgewohnheiten mit einem entsprechend ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker besprechen. Eine Laboranalyse kann genauere Informationen über deine Jodversorgung liefern. In diesem Fall bevorzuge ich einen Urintest.

Jod in der Hashimoto Ernährung:Bild mit Salzstreuer

Dont´s: Jod komplett aus der Ernährung verbannen. Keine Algen konsumieren.

Do´s: Weiterhin Jodsalz verwenden und Jodhaltige Lebensmittel.

Empfehlung: Im Zweifel Jodspiegel checken lassen und bei Mangel substituieren.

Eisenverbrauch bei Hashimoto

Eisen ist ein wichtiger Nährstoff, der für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt wird. Hashimoto-Patienten haben oft einen erhöhten Bedarf an Eisen aufgrund von Entzündungen und Schilddrüsenfunktionsstörungen. Eine Folge davon kann eine Blutarmut (Anämie) sein. Es ist daher wichtig, auf eine ausreichende Eisenzufuhr in der Ernährung zu achten.

Eisen tierischen Ursprungs, insbesondere aus rotem Fleisch, wird vom Körper grundsätzlich besser aufgenommen als Eisen aus pflanzlichen Quellen. Um eine ausgewogene Versorgung mit Eisen zu erreichen, sollten beide Quellen in der Ernährung berücksichtigt werden.

Es gibt jedoch auch Bedenken hinsichtlich des Konsums von rotem Fleisch im Zusammenhang mit Entzündungen. Konventionell verarbeitete Fleischwaren und Schweinefleisch können entzündungsfördernd sein. Dennoch gibt es Unterschiede in der Qualität des Fleisches. Das Fleisch von Tieren, die unter guten Bedingungen aufgewachsen sind und bei kleinen Schlachtereien geschlachtet wurden, hat ein anderes Fettsäurenprofil und enthält weniger Stresshormone als das Fleisch von Massentierhaltungen. Aus diesem Grund ist es ratsam, hochwertiges Rindfleisch aus artgerechter Haltung als Eisenquelle zu wählen und es in Maßen zu konsumieren. Eine gute Faustregel lautet: Lieber weniger, aber dafür qualitativ hochwertigeres Fleisch zu essen.

Hashimoto Ernährung: Grafik eines Rinderkopfes

Dont´s: Fleisch aus Massentierhaltung, Wurstwaren, Schweinefleisch.

Do´s: 2 x wöchentlich hochwertiges Weiderind verzehren. Pflanzliche Eisenquellen nutzen wie Kürbiskerne, Leinsamen oder Nüsse.

Tipp: Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme.

Empfehlung: Insbesondere im Falle einer starken Periodenblutung sollte der Eisenhaushalt im Auge behalten werden.

Top 5 Lebensmittel bei Hashimoto

Du möchtest wissen, mit welchen Lebensmitteln du deine Schilddrüse zusätzlich unterstützen kannst? Hier findest Du meine top 5 Lebensmittel:

 

  • Beeren wie Blaubeeren, Erdbeeren oder Himbeeren sind reich an Antioxidantien, die Entzündungen reduzieren und die Immunfunktion stärken können.
  • Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut sind reich an probiotischen Bakterien, die dazu beitragen können, die Darmgesundheit zu verbessern und Entzündungen zu reduzieren.
  • Walnüsse sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungen reduzieren und die Schilddrüsenfunktion unterstützen können.
  • Ingwer ist ein natürliches entzündungshemmendes Lebensmittel, das dazu beitragen kann, Entzündungen im Körper zu reduzieren und die Verdauung zu verbessern.
  • Kurkuma ist ein weiteres entzündungshemmendes Gewürz, das bei Hashimoto empfohlen wird und zur Reduzierung von Entzündungen beitragen kann.

 

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„Jeder kann selbst etwas für seine Gesundheit tun, indem er auf seine Ernährung achtet.“

– Sebastian Kneipp

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